

Mannitol – eine sanfte Alternative zum Glaubersalz beim Fasten?
6.12.2016
Autor/in
Susanne Behm
Wer fastet, steht oft vor der Frage, wie der Einstieg möglichst sanft und gut verträglich gelingt – insbesondere bei der Darmentleerung zu Beginn der Fastenzeit.
Darmentleerung beim Fasten: Muss es immer Glaubersalz sein?
In den meisten Fastenkursen wird der Einstieg in die Fastenzeit traditionell mit Glaubersalz eingeleitet. Diese sehr drastische Form der Darmentleerung führt nach meinen Erfahrungen jedoch häufig zu starker Übelkeit, Kreislaufschwäche und allgemeinem Unwohlsein. Für viele Teilnehmende bedeutet das eine erhebliche Belastung des Körpers – genau zu dem Zeitpunkt, an dem eigentlich Entlastung und Regeneration beginnen sollen.
Ich habe mehrfach erlebt, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach der Einnahme von Glaubersalz ein bis zwei Tage kaum belastbar waren und nicht am Wanderprogramm teilnehmen konnten. Diese Erfahrungen haben mich dazu gebracht, den Einsatz von Glaubersalz beim Fasten grundsätzlich zu hinterfragen. Der Austausch mit Kolleginnen, Kollegen und Fastenärzten bestätigte mich darin, nach sanfteren Alternativen zur Darmentleerung zu suchen.
Natürliche Herkunft von Mannitol

Mannitol kommt natürlich in der Natur vor, unter anderem in:
- Salzpflanzen (Halophyten)
- Pilzen und Algen
- Feigen und Oliven
Seinen Namen verdankt es dem süßen Pflanzensaft („Manna“) der Manna-Esche, die vor allem im Mittelmeerraum beheimatet ist. Der getrocknete Saft dieser Bäume besteht zu bis zu 90 % aus Mannitol. Heute wird Mannitol meist enzymatisch oder durch Hydrierung von Glukose hergestellt und ist als Zuckeraustauschstoff unter der Zusatzstoffnummer E421 zugelassen.
Wie wirkt Mannitol im Körper?
Mannitol wirkt osmotisch. Das bedeutet:
Es bindet Wasser im Darm, ohne selbst resorbiert zu werden. Dadurch erhöht sich das Stuhlvolumen, die Darmbewegung (Peristaltik) wird angeregt und die Darmentleerung sanft unterstützt.
Zusätzlich:
- fördert Mannitol die Ausscheidung von Wasser und Salzen
- wirkt leicht harntreibend
- kann blutdrucksenkend wirken
- unterstützt die Ausscheidung von Stoffwechselrückständen
Wichtig ist: Damit Mannitol gut wirken kann, sollte ausreichend Wasser getrunken werden.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Mannitol gilt insgesamt als sehr gut verträglich. Nebenwirkungen sind selten. Bei empfindlichen Personen kann es vereinzelt zu Übelkeit oder Erbrechen kommen, deutlich seltener jedoch als bei Glaubersalz.
Ein weiterer Vorteil:Glaubersalz kann zu einem starken Verlust von Elektrolyten führen – ein Aspekt, der beim Fasten nicht unterschätzt werden sollte. Mannitol wirkt hier deutlich milder.
Fazit: Mannitol statt Glaubersalz beim Fasten?
Aus meiner Sicht ist Mannitol eine sinnvolle und sanfte Alternative zum Glaubersalz, besonders für Menschen, die empfindlich reagieren oder einen möglichst schonenden Einstieg in die Fastenzeit wünschen. Viele Fastenteilnehmer empfinden zudem den Geschmack von Glaubersalz als extrem unangenehm – auch hier punktet Mannitol mit einer deutlich besseren Akzeptanz.
Gerade beim Fasten sollte der Körper nicht unnötig gestresst, sondern unterstützt werden. Eine milde Darmentleerung kann dazu beitragen, die Fastenzeit kraftvoll, stabil und mit einem guten Körpergefühl zu beginnen.










